Sieht
man das Berufsbild von der sportlichen Seite, könnte man
den “Spedi” als Zehnkämpfer der Kaufleute bezeichnen.
Nachfolgend einige seiner Disziplinen:
Kraftwagenspedition
Der
Straßenverkehr ist im Landverkehr die Nummer eins. Das
dichte Straßennetz ermöglicht es, das Transportmittel
LKW ohne Umschlag der zu befördernden Güter im
Haus-Haus-Verkehr von und nach allen Orten einzusetzen.
Diese Flexibilität und die Möglichkeiten der Güterspezialisierung
–z.B. Kühl- oder Kofferzüge haben eine deutliche
Ausrichtung
der Spedition auf den Straßengüterverkehr bewirkt und ihr
zugleich neue Märkte erschlossen, wie zum Beispiel mit dem
Spediteursammelgut- und Speditionsnahverkehr, die eine äußerst
leistungsfähige Warenverteilung ermöglichen.
Abfertigung
und Sammelgutverkehr sind die klassischen Betätigungsfelder
des Kraftwagenspediteurs. Viele Speditions-, Lagerei - u.
Logistikbetriebe haben einen eigenen Fuhrpark, obwohl die
Zahl derer, die über eigene Fahrzeuge verfügen, abnimmt.
Sie bedienen sich zunehmend sogenannter Subunternehmen.
Kraftwagenspedition ist nämlich zuerst einmal Spedition im
Sinne von Sammeln, Organisieren und Rationalisieren.
Dabei
hat das Gewerbe die Interessen ihrer Kunden, also der
verladenden Wirtschaft, zu berücksichtigen.
Der
Spediteur sorgt für eine ordnungsgemäße und reibungslose
Behandlung der Sendung, für die Wahl des günstigsten
Transportweges und das Ausstellen der notwendigen
Beförderungspapiere.
Luftfrachtspedition
Das
Flugzeug verbindet immer schneller die internationalen
Absatz- und Beschaffungsmärkte. Bestimmte Waren werden
durch das Flugzeug überhaupt erst marktfähig. Das gilt
zum Beispiel für Kiwis aus Neuseeland, Erdbeeren aus
Israel, druckfrische Zeitungen aus dem Ausland oder
Computerteile. Flughäfen und Fluggesellschaften passen
sich der ständig wachsenden Bedeutung dieses speziellen Güterflusses
und den damit verbundenen Anforderungen unserer Branche
an. Luftfrachtraten und Berechnungsgrundlagen, die exakte
Kenntnis aller einschlägigen Vorschriften –Ein- und
Ausfuhrbestimmungen, Zollformalitäten, Gefahrguthandling
und Transportversicherungen – bestimmen hier das
Leistungsbild des Spediteurs.
Möbelspedition
Umzüge
von Privathaushalten sind die traditionellen Leistungen
der Möbelspediteure. Darüber hinaus gehören auch die
Belieferung von Einrichtungshäusern, der Versandhandel
sowie der Sammel- und Verteilerverkehr von empfindlichen Gütern
zum Leistungsspektrum der Möbelspediteure.
Transport und Aufstellung von Büro- und
Ladeneinrichtungen, Messespedition, Kunsttransporte sowie
sach– u. fachgerechte Transportabwicklung von Gütern
des High-Tech-Bereichs – beispielsweise EDV-Anlagen,
medizinische Geräte – werden von einer modernen Möbelspedition
als Full-Service-Leistungen erbracht. Die Leistungspalette
reicht von der vielfältigen Kundenberatung über
fachgerechte Verpackung, Verladung, Transport, Ein- und
Auslagerung bis zur Abwicklung von Versicherung und
Verzollung.
Bahnspedition
Zwischen
Bahn und Spedition besteht eine breite Palette der
Zusammenarbeit. Dabei ist die Spedition teils Auftraggeber,
teils Auftragnehmer der Bahn. Mehr als 1.000
Speditionsanlagen verfügen bundesweit über Gleisanschlüsse
und sind so mit dem über 200.000 km umfassenden
Schienennetz der europäischen Eisenbahnen verbunden.
Über
die Hälfte des internationalen Eisenbahngüterverkehrs
wird über Spediteure abgewickelt. National fertigt die
Spedition Ladungs-, Sammelladungs- und Stückgutverkehr
auf der Schiene ab. Neben der Zuführung und Verteilung
von Stückgut übernimmt sie zusätzliche Funktionen im
Lade- und Abfertigungsdienst.
Lagerei
Die
Industrie nutzt auch in diesem Bereich zunehmend das
Know-How des Spediteurs. Von der einfachen Lagerung- es
werden lediglich Räume oder Hallen zur Verfügung
gestellt- bis zur kompletten Ü177ernahme der
Warendistribution im Rahmen logistischer Konzepte reicht
das Angebot des Speditions- und Logistikgewerbes. Für
eine Vielzahl von Produkten wie Lebensmittel, Getränke,
Wasch- und Pflegemittel, Unterhaltungselektronik, Getreide
und Futtermittel werden z.B. Frei-, Hochregal, Kühlläger
oder Gefahrgutläger bereitgehalten. Das vielfältige
Warensortiment führt zu einer Spezialisierung der
Lagereibetriebe auf bestimmte Gütergruppen und erfordert
umfangreiche Kenntnisse über Waren, ihre Lagerart und
Lagerqualität. Das Warenbestandsmanagement erfolgt in der
Regel EDV-gestützt.
Binnenschiffahrtsspedition
Das
Binnenschiff befördert als traditionelles
Massengutverkehrsmittel unterschiedlichste Güter wie Holz,
Kohle, Papier und Stahl, aber auch Motoren, Maschinen oder
Chemikalien. In einigen Fahrgebieten nimmt bereits die
Containerverladung über Terminals einen bedeutenden Platz
ein.
Hierbei
wirken Speditionsbetriebe mit, die entweder als Frachtführer
über eigene Schiffe verfügen, Schiffsraum mieten oder
mit Schiffseignern langfristig Frachtverträge
abschließen.
Seehafenspedition
Die
sach- und fachgerechte Beratung für den gesamten
Transportweg vom Binnenland bis zum überseeischen
Bestimmungsort erfolgt durch Seehafenspediteure. Sie
kalkulieren Transport- und Umschlagskosten, wickeln Export-
und Importsendungen ab und erstellen Umschlags- und
Verladepapiere sowie Verschiffungsdokumente. Kunden werden
bei der Abfertigung von Groß- und Spezialtransporten genau
wie bei der Abwicklung kleiner Sendungen intensiv beraten.
Viele Seehafenspediteure
bedienen sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben eigener
Niederlassungen oder Korrespondenten im europäischen und überseeischen
Ausland. Mit Schiffsagenten, Reedern, Hafenbehörden und
Zollämtern wird verhandelt und kooperiert, damit eine
termingerechte Verladung und Abfertigung erfolgt. Der
weltweite Einsatz von Containern von und nach Übersee sowie
zusätzlich regelmäßige frachtgünstige
Spediteur-Sammelcontainer-Verkehre vergrößern noch den
Umfang dieser Tätigkeiten. Um diesen Anforderungen gerecht
zu werden, bedarf es größter Flexibilität und
Einsatzbereitschaft und guter Fremdsprachenkenntnisse.
Internationale
Spedition
Die
Bundesrepublik Deutschland ist stark außenhandelsorientiert.
Daraus resultieren unsere Speditionsleistungen im
internationalen Verkehr. Die meisten Speditions- und
Lagerbetriebe arbeiten schwerpunktmäßig als internationale
Spediteure. Der Anteil des grenzüberschreitenden Verkehrs
wird angesichts der wachsenden internationalen
Arbeitsteilung wie auch der wirtschaftlichen Verflechtung
der EU weiter zunehmen. Entweder verfügen Speditionen über
ein weltweites Niederlassungsnetz oder haben enge Kontakte
zu ausländischen Korrespondenzspeditionen. Auf diese Weise
wird sichergestellt, daß die Güter der Spediteurkunden in
den Händen eines Verantwortlichen bleiben. Im
internationalen Verkehr gilt es besonders, die Leistungen
verschiedener Verkehrsträger zu verknüpfen. Grundlagen des
internationalen Spediteurs bei der Organisation von
Verkehrsleistungen sind sein Wissen über Verkehrsnetz und
Verkehrsträger, Ein- und Ausfuhrbestimmungen,
Dokumentenbeschaffung und Tarife, Liefervorschriften sowie
Zollrecht und Transportversicherungen. |