Kfm./Kffr. für Spedition und Logistikdienstleistungen

Das Berufsbild Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung bietet eine Fülle von Möglichkeiten und Aufgaben, selbstverständlich auch Aufstiegs- und Zukunftschancen. Die Berufsausbildung hat in den Betrieben einen hohen Stellenwert. Sind doch gut ausgebildete Azubis die qualifizierten Mitarbeiter von “morgen” und übernehmen in den Betrieben schon schnell nach der Ausbildung wichtige Aufgaben.

Jährlich finden in der Region ca. 120 junge Leute einen Ausbildungsplatz. Das Verhältnis der weiblichen / männlichen Auszubildenden ist ungefähr gleich.

Aufgaben

Sieht man das Berufsbild von der sportlichen Seite, könnte man den “Spedi” als Zehnkämpfer der Kaufleute bezeichnen. Nachfolgend einige seiner Disziplinen:
 
Kraftwagenspedition
Der Straßenverkehr ist im Landverkehr die Nummer eins. Das dichte Straßennetz ermöglicht es, das Transportmittel
LKW ohne Umschlag der zu befördernden Güter im Haus-Haus-Verkehr von und nach allen Orten einzusetzen. Diese Flexibilität und die Möglichkeiten der Güterspezialisierung –z.B. Kühl- oder Kofferzüge haben eine deutliche Ausrichtung der Spedition auf den Straßengüterverkehr bewirkt und ihr zugleich neue Märkte erschlossen, wie zum Beispiel mit dem Spediteursammelgut- und Speditionsnahverkehr, die eine äußerst leistungsfähige Warenverteilung ermöglichen.Abfertigung und Sammelgutverkehr sind die klassischen Betätigungsfelder des Kraftwagenspediteurs. Viele Speditions-, Lagerei – u. Logistikbetriebe haben einen eigenen Fuhrpark, obwohl die Zahl derer, die über eigene Fahrzeuge verfügen, abnimmt. Sie bedienen sich zunehmend sogenannter Subunternehmen.  Kraftwagenspedition ist nämlich zuerst einmal Spedition im Sinne von Sammeln, Organisieren und Rationalisieren.Dabei hat das Gewerbe die Interessen ihrer Kunden, also der verladenden Wirtschaft, zu berücksichtigen.Der Spediteur sorgt für eine ordnungsgemäße und reibungslose Behandlung der Sendung, für die Wahl des günstigsten Transportweges und das Ausstellen der notwendigen Beförderungspapiere.
 
Luftfrachtspedition
Das Flugzeug verbindet immer schneller die internationalen Absatz- und Beschaffungsmärkte. Bestimmte Waren werden durch das Flugzeug überhaupt erst marktfähig. Das gilt zum Beispiel für Kiwis aus Neuseeland, Erdbeeren aus Israel, druckfrische Zeitungen aus dem Ausland oder Computerteile. Flughäfen und Fluggesellschaften passen sich der ständig wachsenden Bedeutung dieses speziellen Güterflusses und den damit verbundenen Anforderungen unserer Branche an. Luftfrachtraten und Berechnungsgrundlagen, die exakte Kenntnis aller einschlägigen Vorschriften –Ein- und Ausfuhrbestimmungen, Zollformalitäten, Gefahrguthandling und Transportversicherungen – bestimmen hier das Leistungsbild des Spediteurs.
 
Möbelspedition
Umzüge von Privathaushalten sind die traditionellen Leistungen der Möbelspediteure. Darüber hinaus gehören auch die Belieferung von Einrichtungshäusern, der Versandhandel sowie der Sammel- und Verteilerverkehr von empfindlichen Gütern zum Leistungsspektrum der Möbelspediteure.  Transport und Aufstellung von Büro- und Ladeneinrichtungen, Messespedition, Kunsttransporte sowie sach– u. fachgerechte Transportabwicklung von Gütern des High-Tech-Bereichs, beispielsweise EDV-Anlagen, medizinische Geräte, werden von einer modernen Möbelspedition als Full-Service-Leistungen erbracht. Die Leistungspalette reicht von der vielfältigen Kundenberatung über fachgerechte Verpackung, Verladung, Transport, Ein- und Auslagerung bis zur Abwicklung von Versicherung und Verzollung.
 
Bahnspedition
Zwischen Bahn und Spedition besteht eine breite Palette der Zusammenarbeit. Dabei ist die Spedition teils Auftraggeber, teils Auftragnehmer der Bahn. Mehr als 1.000 Speditionsanlagen verfügen bundesweit über Gleisanschlüsse und sind so mit dem über 200.000 km umfassenden Schienennetz der europäischen Eisenbahnen verbunden.Über die Hälfte des internationalen Eisenbahngüterverkehrs wird über Spediteure abgewickelt. National fertigt die Spedition Ladungs-, Sammelladungs- und Stückgutverkehr auf der Schiene ab. Neben der Zuführung und Verteilung von Stückgut übernimmt sie zusätzliche Funktionen im Lade- und Abfertigungsdienst.
 
Lagerei
Die Industrie nutzt auch in diesem Bereich zunehmend das Know-How des Spediteurs. Von der einfachen Lagerung- es werden lediglich Räume oder Hallen zur Verfügung gestellt- bis zur kompletten Ü177ernahme der Warendistribution im Rahmen logistischer Konzepte reicht das Angebot des Speditions- und Logistikgewerbes. Für eine Vielzahl von Produkten wie Lebensmittel, Getränke, Wasch- und Pflegemittel, Unterhaltungselektronik, Getreide und Futtermittel werden z. B. Frei-, Hochregal, Kühlläger oder Gefahrgutläger bereitgehalten. Das vielfältige Warensortiment führt zu einer Spezialisierung der Lagereibetriebe auf bestimmte Gütergruppen und erfordert umfangreiche Kenntnisse über Waren, ihre Lagerart und Lagerqualität. Das Warenbestandsmanagement erfolgt in der Regel EDV-gestützt.
 
Binnenschiffahrtsspedition
Das Binnenschiff befördert als traditionelles Massengutverkehrsmittel unterschiedlichste Güter wie Holz, Kohle, Papier
und Stahl, aber auch Motoren, Maschinen oder Chemikalien. In einigen Fahrgebieten nimmt bereits die Containerverladung über Terminals einen bedeutenden Platz ein.
Hierbei wirken Speditionsbetriebe mit, die entweder als Frachtführer über eigene Schiffe verfügen, Schiffsraum mieten oder mit Schiffseignern langfristig Frachtverträge abschließen.

Seehafenspedition
Die sach- und fachgerechte Beratung für den gesamten Transportweg vom Binnenland bis zum überseeischen Bestimmungsort erfolgt durch Seehafenspediteure. Sie kalkulieren Transport- und Umschlagskosten, wickeln Export- und Importsendungen ab und erstellen Umschlags- und Verladepapiere sowie Verschiffungsdokumente. Kunden werden bei der Abfertigung von Groß- und Spezialtransporten genau wie bei der Abwicklung kleiner Sendungen intensiv beraten. Viele Seehafenspediteure bedienen sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben eigener Niederlassungen oder Korrespondenten im europäischen und überseeischen Ausland. Mit Schiffsagenten, Reedern, Hafenbehörden und Zollämtern wird verhandelt und kooperiert, damit eine termingerechte Verladung und Abfertigung erfolgt. Der weltweite Einsatz von Containern von und nach Übersee sowie zusätzlich regelmäßige frachtgünstige Spediteur-Sammelcontainer-Verkehre vergrößern noch den Umfang dieser Tätigkeiten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es größter Flexibilität und Einsatzbereitschaft und guter Fremdsprachenkenntnisse.

Internationale Spedition
Die Bundesrepublik Deutschland ist stark außenhandelsorientiert. Daraus resultieren unsere Speditionsleistungen im internationalen Verkehr. Die meisten Speditions- und Lagerbetriebe arbeiten schwerpunktmäßig als internationale Spediteure. Der Anteil des grenzüberschreitenden Verkehrs wird angesichts der wachsenden internationalen
Arbeitsteilung wie auch der wirtschaftlichen Verflechtung der EU weiter zunehmen. Entweder verfügen Speditionen über ein weltweites Niederlassungsnetz oder haben enge Kontakte zu ausländischen Korrespondenzspeditionen. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß die Güter der Spediteurkunden in den Händen eines Verantwortlichen bleiben. Im internationalen Verkehr gilt es besonders, die Leistungen verschiedener Verkehrsträger zu verknüpfen. Grundlagen des internationalen Spediteurs bei der Organisation von Verkehrsleistungen sind sein Wissen über Verkehrsnetz und Verkehrsträger, Ein- und Ausfuhrbestimmungen, Dokumentenbeschaffung und Tarife, Liefervorschriften sowie Zollrecht und Transportversicherungen.

Ausbildung

Der Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung wird staatlich anerkannt. Die staatliche Anerkennung bedeutet, dass die Berufsausbildung bundeseinheitlich geregelt ist und dass die Ausbildungsberufsbezeichnung festgelegt ist und allein für diesen Ausbildungsgang verwendet werden darf.

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens folgende Fertigkeiten und Kenntnisse:

  • Der Ausbildungsbetrieb
  • Stellung, Rechtsform und Struktur
  • Berufsbildung
  • Personalwirtschaft, arbeits-, sozial- u. tarifrechtliche Vorschriften
  • Sicherheit u. Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz
  • Arbeitsorganisation, Information und Kommunikation
  • Arbeitsorganisation
  • Teamarbeit und Kommunikation
  • Informations- u. Kommunikationssysteme
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Anwendung der englischen Sprache bei Fachaufgaben
  • Prozessorientierte Leistungserstellung in Spedition und Logistik
  • Speditionelle und logistische Leistungen
  • Güterversendung und Transport
  • Lagerlogistik
  • Sammelgut und Systemverkehre
  • Internationale Spedition
  • Logistische Dienstleistungen
  • Verträge, Haftung und Versicherungen
  • Marketing
  • Gefahrgut, Schutz und Sicherheit
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Zahlungsverkehr und Buchführung
  • Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling
  • Qualitätsmanagement

Die genannten Positionen sind im  Ausbildungsrahmenplan sachlich und zeitlich gegliedert. Der Ausbildungsrahmenplan ist eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung für den jeweils zu erstellenden betrieblichen Ausbildungsplan.

Eine seit dem 01.08.2004 geltende und damit eine noch sehr “junge” Ausbildungsordnung für das Berufsbild zielt insbesondere auf:

  • Handlungskompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • Kundenorientierung
  • Logistik und Umweltschutz
  • Betriebswirtschaftliche Qualifikation
  • Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen
  • Fremdsprachenqualifikation
  • Einheitliche Qualitätsmaßstäbe für die Ausbildung und Prüfung

Abschlussprüfung
Gegenstand der Abschlussprüfung sind die während der gesamten Ausbildungszeit nach der Ausbildungsordnung zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse sowie der zu vermittelnde Rahmenlehrplan für die Berufsschule.

Die Abschlussprüfung ist in einen schriftlichen und in einen mündlichen Teil gegliedert, in denen der Prüfling nachweisen muss, dass er zu selbstständigem Planen, Entscheiden und Kontrollieren seiner eigenen Handlungen fähig ist.

Ausbildungsdauer
In der Regel erstreckt sich die Berufsausbildung über insgesamt drei Jahre.

Ausbildungszeitverkürzung ist möglich
Der Wunsch jeden Auszubildenden ist, möglichst gut ausgebildet zu werden. Häufig soll dieses Ziel in kürzerer Zeit als in den einzelnen Ausbildungsordnungen vorgegeben, erreicht werden. Eine kürzere Ausbildungszeit wird häufig durch die folgenden Möglichkeiten erreicht.

Verkürzung aufgrund von Vorbildung:
Die Ausbildungszeit kann durch die Vertragspartner, also zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildender, bei entsprechender schulischer Vorbildung oder auch praktischer Vorbildung bis maximal um ein Jahr verkürzt werden. Eine Vertragsverkürzung wird im Normalfall bei Vertragsabschluß festgelegt.

Verkürzung zum Ende der Ausbildungszeit (vorzeitige Prüfungszulassung):
Jeder Auszubildende kann sich vorzeitig zur Abschlussprüfung anmelden, wenn gute schulische und betriebliche Leistungen erbracht werden.

Ausbildungsvergütung / Urlaub
In der Regel richtet sich die Ausbildungsvergütung und auch der Urlaub nach den Tarifverträgen des Speditionsgewerbes. Da  Tarifverträge meist nur eine regionale Bedeutung haben,  kann es zu  Abweichungen kommen.
Nach derzeitigem Stand beträgt z.B. die Ausbildungsvergütung für Ausbildungsverhältnisse in tarifgebundenen Betrieben mit Sitz in Berlin

1. Ausbildungsjahr: 557,00 €
2. Ausbildungsjahr: 614,00 €
3. Ausbildungsjahr: 665,00 €

Berufsschule

Für Azubis, deren Ausbildungsbetrieb sich in Berlin befindet:

Oberstufenzentrum LOTIS
Dudenstraße 35-37
10965 Berlin
Tel. 030 / 786045-0

Für Azubis, deren Ausbildungsbetrieb sich in Brandenburg befindet:

Oberstufenzentrum II
Städtische Schule Potsdam
Wirtschaft und Verwaltung
Zum Jagenstein 26
14478 Potsdam
Tel. 0331 / 888918-0

Adressen

Industrie und Handelskammer zu Berlin
Fasanenstr. 85, 10623 Berlin
Tel.: 030/31510-0

Industrie und Handelskammer Potsdam
Breite Straße, 14467 Potsdam
Tel. 0331 / 2786-0

Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.
Juliusstr. 52, 12051 Berlin
Tel.: 030/6255733
www.vsbberlin.de
info@vsbberlin.de